Die Landkreise Neu-Ulm, Alb-Donau-Kreis, Heidenheim, Biberach und Sigmaringen sowie die Städte Ulm und Memmingen starten gemeinsam ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt: den Bau einer Bioabfallvergärungsanlage zwischen Vöhringen und Weißenhorn.
Ziel ist es, die Entsorgung von Bioabfällen langfristig zu sichern und unabhängiger von externen Anbietern zu werden. Dafür wollen die beteiligten Kreise und Städte den Zweckverband Bioabfall Schwaben bis Ende des Jahres gründen. Die Landkreise Neu-Ulm, Alb-Donau-Kreis, Heidenheim und Sigmaringen sowie die Städte Ulm und Memmingen haben dem Beitritt zum geplanten Zweckverband bereits zugestimmt. Der Landkreis Biberach ist aktuell bereits Mitglied der Projektgruppe, die endgültige Entscheidung über den Beitritt zum Zweckverband soll zeitnah getroffen werden.
Die geplante Anlage entsteht in einem bestehenden Industriegebiet in unmittelbarer Nähe zum Müllheizkraftwerk Weißenhorn und damit bewusst außerhalb von Wohngebieten.
Durch diesen Standort werden vorhandene Infrastrukturen wie eine gute Verkehrsanbindung genutzt und zusätzliche Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner möglichst gering gehalten. So gibt es keinen Lastverkehr durch die Wohngebiete oder Städte.
„Wir schaffen eine gemeinsame, verlässliche Lösung für die gesamte Region“, sagt die Landrätin des Landkreises Neu-Ulm, Eva Treu, die auch zum Start den Vorsitz des neuen Zweckverbands übernehmen wird. Dabei hebt sie unter anderem die interkommunale Zusammenarbeit hervor: „Mit dem Zweckverband wollen wir gemeinsam sicherstellen, dass der Bioabfall aus der Region langfristig, dauerhaft, umweltfreundlich und bezahlbar verwertet wird. Gleichzeitig achten wir darauf, die Auswirkungen auf die Bevölkerung durch die neue Anlage so gering wie möglich zu halten.“
„Die vorhandenen Kapazitäten zur Verwertung von Bioabfällen in der Region sind bereits heute begrenzt und der Bedarf wird künftig weiter steigen“, so Landrat Heiner Scheffold vom Alb-Donau-Kreis. „Derzeit müssen Bioabfälle teilweise über weite Strecken transportiert werden. Eine eigene Anlage reduziert diese Wege und ermöglicht eine effizientere und umweltgerechtere Verarbeitung in der Region für die Region.“ Zudem wird dadurch Verantwortung für die Abfälle übernommen, die selbst verursacht werden, und der Abfall wird nicht nur entsorgt, sondern auch als Ressource genutzt.
In der geplanten Anlage wird Bioabfall in einem geschlossenen System vergoren. Dabei entsteht Biogas, das zur Energiegewinnung genutzt wird. Nach Abzug des Eigenbedarfs kann damit rechnerisch Strom für mehrere tausend Haushalte erzeugt werden. Auch die entstehenden Nährstoffe bleiben als Dünger in der Region.
Die Planung sieht einen Baubeginn im Jahr 2028 und die Inbetriebnahme für die zweite Hälfte des Jahres 2030 vor.
Die beteiligten Kommunen verfolgen mit dem Projekt das Ziel, die Entsorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten und die Entsorgungsgebühren für Bürgerinnen und Bürger möglichst stabil zu halten. Gleichzeitig werden Transportwege reduziert und die regionale Wertschöpfung gestärkt.
Im jetzt beginnenden Verfahren werden die Auswirkungen auf Umwelt, Verkehr und Umgebung detailliert untersucht. Dabei sind auch Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger vorgesehen. Die Prüfung und Genehmigung erfolgt dann durch die Regierung von Schwaben als Aufsichtsbehörde.
Bürgerinnen und Bürger können sich ab heute auf der Website des Zweckverbands über das Projekt und die Beteiligungsmöglichkeiten informieren. Dort wird auch aktuell über die nächsten Schritte berichtet. www.bioabfall-schwaben.de

